Verfahrensbeistandschaft

Die Interessen von noch nicht volljährigen Kindern sind nicht immer identisch mit denen ihrer Eltern. In familiengerichtlichen Verfahren, z. B. bei Trennung/Scheidung oder in Situationen von Kindeswohlgefährdung kann dies für die Betroffenen von großer Bedeutung sein.

Es ist daher wichtig, dass ihre Ansichten und Wünsche in einem Gerichtsverfahren angemessen berücksichtigt werden.  Das Familiengericht kann einem Kind daher einen Verfahrensbeistand zur Seite stellen. Dieser soll dessen Interessen in die entsprechenden Verfahren einbringen.

Ein Verfahrensbeistand hilft dem Kind oder Jugendlichen unter Berücksichtigung seiner objektiven Bedürfnisse dabei, seine subjektiven Wünsche und Interessen zu erkennen, abgegrenzt äußern zu können und frei zu entwickeln. Abhängig vom Alter und Entwicklungsstand sind neben dem persönlichen Gespräch über den Verfahrensgegenstand auch das Spiel und die Verhaltensbeobachtung wichtig.

Verfahrensbeistände vertreten vor Gericht die Interessen der Kinder und können auch ganz konkrete Entscheidungsvorschläge unterbreiten. Oft wird der Verfahrensbeistand auch beauftragt, Gespräche mit den Angehörigen und weiteren Bezugspersonen zu führen, um auf eine einvernehmliche Regelung über den Verfahrensgegenstand hinzuwirken.

Ergänzend zu meiner Tätigkeit in der Praxis, übe ich die Verfahrensbeistandschaft berufsmäßig aus und werde von Familiengerichten von Fall zu Fall damit betraut, die oben beschriebenen Aufgaben wahrzunehmen.

 

Veröffentlicht on 8. November 2009 at 22:45  Kommentare deaktiviert für Verfahrensbeistandschaft  
%d Bloggern gefällt das: